10.06.14
Wie man die Party in das öffentliche Leben bringt: Die Detroit-Berlin-Connection startet durch!
Mit der Detroit-Berlin-Connection-Konferenz gründet sich eine neue hoffnungsvolle Freundschaft.

Eigentlich kann man die Detroit-Berlin-Connection-Konferenz nicht einfach nur ein 5-stündiges “Event” im Museum für zeitgenössische Kunst (MOCAD) in Detroit nennen. Diese neue Verbindung der zwei Städte soll kreative Köpfe von beiden Seiten des Atlantiks zusammenbringen, sie miteinander verbinden und eine wochenlange Beziehung herbeiführen, bei der jeder etwas lernen kann – mit dem Potenzial, dass diese Beziehung noch länger – lebenslang halten kann.

Für viele der Berliner Besucher war es das erste Mal in Detroit – einer Stadt, in der, laut Katja Lucker (Music Board Berlin) und Max Dax (Electronic Beats), das Grüne und viel Platz das Stadtbild bestimmen und maßgeblich zur reichen Musikkultur der Stadt beitrugen. Jedoch wurde während der Diskussion klar, dass Platz in Berlin und Detroit nicht gut zu vergleich sind, eher kann man das Berlin der frühen 90er Jahre mit dem heutigen Detroit vergleichen – mit einer Ausnahme: selbst in den schlimmsten Zeiten der BVG, ist diese dem öffentlichen Verkehrssystem in Detroit noch immer überlegen.

 

Artikelbild

 

Während der Konferenz wurden einige Projekte und Vereine vorgestellt und besprochen. Jennifer Dautermann, gebürtig aus Detroit und Wahl-Berlinerin, stellte drei Projekte vor: WOMEX, ClassicalNEXT und das C3 Festival. Besonders letzteres – das C3 (Club Contemporary Classical) Festival – hob sie hervor, müsse in Detroit stattfinden. Denn auch wenn es noch unbekannt in der Stadt ist, gäbe es dort Musiker, die genau einen solchen Musikstil haben. Dafür sucht sie nun Verbündete und Teilnehmer.

Katja Lucker gab einen kurzen Blick auf ein Berlin bevor es das Music Board Berlin gab – die Polizei beendete oft ohne weiteres Technopartys. Die Lösung den Clubbesitzern, Musikern und Studiobesitzern der Stadt eine gemeinsame Stimme zu geben, die sie im Berliner Senat einsetzen konnten, brachte die Partyszene nun in die Öffentlichkeit. Das Berliner Music Board hat einige Parallelen mit Detroits D:hive – beide bieten einen Anbindungspunkt für Newcomer und Kreative, die mit Unternehmensgeist in eine besondere Industrie einsteigen wollen.

 

Artikelbild

 

Für die Berliner Clubcommission war Lutz Leichsenring in Detroit und präsentierte wie viel Berlin an Kraft dafür aufbringt, seine Kultur als Vermögen der Stadt darzustellen und zu etablieren. Die Amerikaner zeigten sich beeindruckt von der „Wirtschaft der Clubszene“: Die Summen, die durch Clubs und andere Spielstätten in Berlin generiert werden, sind selbst für die großen amerikanischen Städte noch unerreicht. Außerdem nannte Lutz Aspekte wie Essen und Trinken für die Erfolge der Stadt, was Detroit wohlwollend als Vorbild annehmen konnte.

Am Ende war man sich auf beiden Seiten einig, dass dies erst der Anfang der Beziehung zwischen Berlin und Detroit sein dürfte. Eine Ausdehnung der Konferenz auf zwei volle Tage, diesmal mit der Detroiter Delegation in Berlin, steht nun für die Zukunft an.

 

Übersetzt aus dem Englischen: http://www.modeldmedia.com/features/DetroitBerlinRecap060314.aspx