04.09.14
Tim Renner besucht Free Open Air-Panel bei der Berlin Music Week
Die Clubcommission Berlin war auch dieses Jahr wieder auf der Berlin Music Week aktiv.

Dieses Jahr gab es ein Panel zum Thema „Berliner Free Open Airs “, wozu sich etwa 40 Teilnehmer im Postbahnhof einfanden.

Thomas Scheele, M.A. Kulturmanager, stellte die Analysen und Ergebnisse seiner Masterarbeit „Geplantes Chaos – Handlungsoptionen für Politik und Verwaltung im Umgang mit Technokultur am Beispiel von Open Airs im öffentlichen Raum“ vor. Seine herausgearbeiteten Forderungen und Vorschläge, die in Zusammenarbeit mit der Clubcommission Berlin weiter in die Behörden – und Verwaltungsebene getragen werden sollen. Diese umfassen sowohl die Forderung an die Szene nach mehr Engagement, als auch Forderungen an die Stadt Berlin nach beispielsweise einer Nachtruhe für die Sommermonate ab 23Uhr, wie es in der Schweiz schon gängig ist oder Freiflächen, auf denen Open Airs konfliktfrei und vereinfacht genehmigt werden können. Als Vergleich nannte Scheele die Stadt Halle, die mit 8 solcher Freiflächen einen klaren Nachholbedarf für Berlin aufzeigt. Verglichen mit der Einwohnerzahl müsse es dementsprechend für Berlin etwa 120 solcher Freiflächen geben – den Anfang könnte das neue  Nutzungsprojekt des Spreeparks machen.

Das Panel lief im Beisein von Jürgen Schepers, dem Branchenkoordinator Kreativwirtschaft der IHK, ab. In Zusammenarbeit mit der IHK wurden im Frühjahr bereits die gut besuchten Free Open Air-Workshops der Clubcommission veranstaltet. Schepers sprach sich für mehr Kommunikation und Kooperation zwischen allen Akteuren aus.

 

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Als Überraschungsgast kündigte sich kurzfristig Berlins neuer Kulturstaatssekretär Tim Renner an, der sich trotz seines engen Zeitplans ein wenig Zeit nahm das Panel zu besuchen und sofort in die Diskussion einbezogen wurde. Für Tim Renner „sind Free Open Airs sehr sehr wichtig, weil sie aus der Sub- und Undergroundszene die nötigen Impulse für die Kultur- und Kreativwirtschaft Berlins geben“. Wichtig sei eine gegenseitige Unterstützung der Behörden und der Kulturebene, wozu ständige Ansprechpartner für die Bereiche der Popkultur etabliert werden müssen, an die sich Politik und Verwaltung wenden können. Er verwies auf die Herausforderung das Konzept der Free Open Airs auf Landes- und Bezirksebene zu etablieren und bot an, Empfehlungen zu Gunsten der Szene zu geben und Kontakte zwischen den nötigen Ebenen herzustellen, selbst wenn dies nicht eindeutig in die Aufgaben seines Ressorts fallen. Nach Tim Renner ist manchmal auch das Nichts-Tun sinnvoll: Wenn schon kein Geld für Kultur da ist, kann man wenigstens bei den Free Open Airs Kulanz walten lassen, so der Staatssekretär.

Zum Abschluss ließ Tim Renner verlauten zu unseren nächsten Free Open Airs kommen zu wollen und hatte prompt eine Einladung von Free Open Air-Veranstaltern aus dem Publikum in der Hand.