26.02.14
Rückhalt für die Berliner Open Air Kultur
Berlin muss lebendig bleiben – in diesem Punkt sind sich Open Air Veranstalter, Politik und Wirtschaft einig

Nur einen Tag nachdem das womöglich erste Berliner Sonntags Open Air von der Sonne geküsst und von der Polizei beendet wurde, trafen sich erneut zahlreiche Open Air Veranstalter, um den zuletzt gefundenen Konsens in Form der freiwilligen Selbstverpflichtung auch gegenüber Vertretern außerhalb der Szene zu kommunizieren. Hierzu lud die Clubcommission Berliner Politiker in ihr Büro und eröffnete so die Möglichkeit eines angeregten und produktiven Dialogs. Die Abgeordneten Christian Goiny, medienpolitischer Sprecher der CDU, Clara West, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD sowie Tillman Müller-Kuckelberg als Vertreter von Katrin Schmidberger, Sprecherin für Clubkultur des Bündnis 90/Die Grünen standen den Anregungen und Ideen der freien Veranstalterszene offen gegenüber.

In Berlin strömen Geräusche aus allen Ecken, die je nach subjektivem Empfinden als angenehm oder störend wahrgenommen werden. Ziel ist es die Musik und Kreativität auch zukünftig in Berlin am Leben zu erhalten. Open Airs, Kultur und Menschen, die spontan gemeinsam einen Tag genießen wollen, gestalten Berlin ebenso lebenswert wie geplante Konzerte, singende Fußballfans auf endlosen Fanmeilen, spielende Kinder oder großflächige Marathonveranstaltungen. An diesem Punkt knüpfen auch Clara West und Christian Goiny nahtlos an. Berlin müsse sich seine Lebendigkeit bewahren, so die Abgeordneten.

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Mit der – in vorherigen Treffen entstandenen – „Freiwilligen Selbstverpflichtung der Berliner Open Air Veranstalter“ bezeugen sie ihr  Verantwortungsbewusstsein und Willen zur Nachhaltigkeit. Nun gilt es Vertrauen zu gewinnen und Transparenz auf allen Ebenen zu schaffen. Mit Hilfe der Politik, einer stärkeren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und natürlich unzähligen Positivbeispielen wollen die Anwesenden, die sich repräsentativ für ihre Szene einsetzen, mehr Akzeptanz und Toleranz in der Exekutive erwirken – sprich von der Polizei bzw. dem Ordnungsamt nicht automatisch als wild und achtlos abgestempelt werden.

 Um weitere sinnvolle und sichtbare Impulse zu setzen, finden ab April Workshops für Organisatoren musikkultureller Freiluftveranstaltungen statt. Die Clubcommission wird sich hierzu mit altbekannten Open Air Veranstalterhasen und frischen Freiluftküken zusammensetzen, um gemeinsam die Basics eines respektvollen Open Airs durchzugehen und wertvolle Tipps zur Konflikt- insbesondere Lärm- und Müllprävention mit auf den Weg zu geben. Neben rechtlichen Aspekten, werden kulturelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen diskutiert sowie ein Abriss über nachhaltiges Veranstaltungsmanagement im öffentlichen Raum – von der Locationwahl bis zur Müllentsorgung – aufgezeigt. Rückendeckung erhält die Clubcommission zudem von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Als Träger öffentlicher Belange hat auch die IHK die Aktualität der Thematik erkannt und akzentuiert als Kooperationspartner des Workshops für musikkulturelle Freiluftveranstaltungen und des daraus folgenden Veranstalterpasses die Wesentlichkeit der Bewegung.