15.03.13
Mauerspaziergang am Sonntag
Das Bündnis "East Side Gallery retten!" lädt ein zu einem Mauerspaziergang und einer Pressekonferenz.

Am Sonntag, den 17.03.2013 findet um 14 Uhr entlang der East Side Gallery ein Mauerspaziergang mit Bürgerinnen und Bürgern Berlins statt. Begleitet wird dieser friedliche Protest von dem US-Schauspieler und Musiker David Hasselhoff. Ziel der Veranstaltung ist, auf die stadtentwicklungspolitischen Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre aufmerksam zu machen. Den Unmut über diese Entwicklung bewiesen bereits über 76.000 Menschen in einer Petition auf Change.org und bei einer Kundgebung mit über 6.000 Teilnehmern gegen die Bebauung des ehemaligen Todesstreifens und die damit verbundene Versetzung von Mauerelementen. Den Uferstreifen als Raum der Begegnung und der Euphorie der Wendezeit, sowie der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Mauer zu erhalten, wird von Seiten des Senats nicht weiter verfolgt. Vielmehr versuchen sich die politischen Vertreter mit Schuldzuweisungen und drücken sich vor der schmerzlichen Entscheidung, dem Eigentümer ein Ersatzgrundstück anzubieten, wie es seinerzeit bei der Mauergedenkstätte Bernauer Straße der Fall war. Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer hat gegenüber der Presse einen kompletten Baustopp vorgeschlagen. „Am besten wäre es, wenn der Stadtraum zwischen der Mauer und der Spree frei bliebe von Bebauung. Eine Mauer, die immer löchriger wird, verliert als Denkmal natürlich die eigene Botschaft. Sie war ja gerade nicht durchlässig, das war ja ihre Funktion.”

Der Spreeraum zwischen Jannowitz- und Oberbaumbrücke hat eine besondere Bedeutung für Berlin und ist zu einem Sehnsuchtsort der freien Entfaltung geworden. Die kreativen Macher der Stadt finden hier den Resonanzboden für ihre Ideen und den notwendigen Austausch mit Gleichgesinnten. In den vergangenen 20 Jahren ist dort ein kultureller Ballungsraum mit einer großen Vielfalt an Veranstaltungsformaten und Grün- und Kreativflächen entstanden. Die Bedeutung dieses Spreeraums für die "kleinteilige" Kulturwirtschaft wird sogar in einer vom Berliner Senat beauftragen Studie ("Kulturwirtschaft in Berlin - Entwicklungen und Potentiale" 2008 S.148 Spreeufer) festgestellt: "Der Aspekt des Experimentellen und Nicht-Kommerziellen, der Kreuzberg und Friedrichshain charakterisiert, soll langfristig ein Bestandteil des Spreeraumes bleiben."  Diese selbstorganisierten "Raumpioniere" und ihre Netzwerke für Medien und Kultur sind das urbane Labor für ein neues Zusammenleben in den Städten, das Berlin weltweit Beachtung gibt. Neben dem Radialsystem V und dem geplanten Projekt "Holzmarkt", den Clubs Yaam und Kater Holzig zeigt die Hauptstadt hier sehr anschaulich ihr Alleinstellungsmerkmal. "Wir wünschen uns einen besonneneren Umgang mit dem kulturellen Erbe und den neu entstandenen Freiräumen in dieser Stadt", erläutert Lutz Leichsenring, Sprecher der Berliner Clubcommission e.V., dem Verband der Kultur- und Clubveranstalter und ergänzt: "Wer mit dem Begriff Stadtrendite argumentiert, für den kann die Bebauung der East Side Gallery keine Option sein."

Im Yaam findet ab 13 Uhr eine Pressekonferenz statt. Anschließend, ab 14 Uhr, startet der Spaziergang vor dem Yaam in Richtung Oberbaumbrücke.

 

PRESSEKONFERENZ

Sonntag, 17.03.2013 um 13 Uhr 

im Kulturclub Yaam

Stralauer Platz 35, 10243 Berlin