30.10.16
Clubfilmnächte zeigen 40 Jahre Clubkultur
Das weltweit erstes Clubfilmfestival im Rahmen von “15 Jahre Clubcommission”

Fast 40 Jahre Berliner Clubs, vom Ende der 1970er-Jahren bis hinein in die Mitte der 2010er-Jahre, präsentiert an acht Filmabenden in acht Berliner Clubs. Lässt sich die Berliner Clubgeschichte überhaupt in solch ein Korsett quetschen? Natürlich nicht! Es gab und gibt in Berlin einfach zu viele tolle Clubs, seltsame Orte und Feier-Locations, die ihre ganz eigene Geschichte haben und hatten, mit zu vielen Protagonisten und Partymenschen, mit zu vielen Szene-Figuren, umtriebigen Clubbetreibern und sich herum treibenden Nachtgestalten, die alle ihre ganz eigenen Geschichten erzählen würden, über durchgetanzte Nächte in ruinösen Fabrikhallen und düsteren Kellern, über Erinnerungslücken an durchgezechte Nächte in seltsamen Hinterhofbars. 

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Nein, in das ein-wöchige Filmprogramm, mit Kurzfilmen, Videos und Dokumentationen, lässt sich 40 Jahre Berliner Clubkultur und ihre oft damit verbundenen Subkulturen nicht packen. Aber das Programm kann ein Gefühl vermitteln, im besten Fall ein Lebensgefühl: Wie war es im West-Berlin der 1980er-Jahre Nacht für Nacht unterwegs zu sein? (B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin im Keller). Wie euphorisierend war es, die Freiheit der Kreativität und bedingungslosen Überlebenskunst im Berlin der 1990er-Jahre nach dem Mauerfall zu erleben? (The Mutoid Waste Files im S.O.36 / Berlinized im Ritter Butzke) Wie wurde der Tanz am Sonntag zum neuen Gottesdienst und wie sieht das subkulturelle Selbstverständnis der heutigen Clubkultur aus? (Sonntags in Berlin / Oh Yeah Berlin im FluxBau) Das Filmprogramm erzählt von Menschen, die in der Berliner Sub- und Clubkultur die idealen Bedingungen fanden, ihre eigene künstlerische Persönlichkeit weiter zu entwickeln, oft in Verbindung mit der Hinterfragung sexueller Geschlechterrollen und Identitäten (House of Shame - Chantal All Night Long im KitKat/Peaches Does Herself in der Wilden Renate). Es zeigt aber auch den Einbruch der Realität, wenn Leute berichten, für die das Nachtleben in den Clubs in erster Linie harte Arbeit ist, um davon zu existieren (Straßensamurai im ://about blank). Eines jedoch verbindet das Berliner Clubleben über alle Jahrzehnte hinweg: Wenn es die Nacht gut mit dir meint, dann kann alles passieren und du musst dich einfach überraschen lassen, wo du landest. Wie z.B. bei der Eröffnung der Clubfilmnächte im Club Gretchen mit einem unterhaltsamen filmischen Streifzug durch fast 40 Jahre erlebte und gelebte Berliner Clubkultur.  

In der Übersicht:

Filme aus fast 40 Jahren Berliner Club- und Subkultur- Geschichte, an acht Filmabenden in acht Clubs.

Eine Woche lang Filme, die ein Gefühl vermitteln wollen, im besten Fall ein Lebensgefühl über fast 40 Jahre Berliner Clubkultur und die Subkulturen, aus denen sie heraus entstanden sind. Wie war es im West-Berlin 1980er-Jahre Nacht für Nacht unterwegs zu sein? Wie war es die Freiräume im Berlin der 1990er-Jahre nach dem Mauerfall zu erleben? Wann und warum wurde das Feiern am Sonntag zum neuen Gottesdienst? Ein abwechslungsreicher, unterhaltsamer filmischer Streifzug durch gelebte Clubgeschichte..

·       Montag, 21.11.: Gretchen (Streifzug durch fünf Jahrzehnte Berliner Clubkultur 1978-2015)

·       Dienstag, 22.11.: KitKat (Clubleben und Gender)

·       Mittwoch, 23.11.: ://about blank (Club und Arbeit)

·       Mittwoch, 23.11.: S.O.36 (Filmpremiere: The Mutoid Waste Files)

·       Donnerstag, 24.11.: Ritter Butzke (Clubleben 90er: Alles wird möglich)

·       Freitag, 25.11.: Zur Wilden Renate (Club, Glamour & Electro)

·       Samstag, 26.11.: Keller (Clubleben 80er: Energie und Kollaps)

·       Sonntag, 27.11.: Fluxbau (Das neue Feiern: Clubleben 2015)

Alle Infos und Tickets unter www.clubfilmnaechte.de